Logbuch einer Reise mit der OMOO FAA

 

8. Juli 2010

Ja ja, der Juli ist sicher einer der unglücklichsten Jahreszeit um auf einer staubigen, weit abgelegenen Werft an der Südküste der Türkei in einem überhitzten Bootsrumpf herum zu kriechen um beispielsweise sperrige Schläuche zu verlegen. Diese Umstand war mir schon vor der Reise sehr zugänglich ... aber eben, die Omoo Faa musste, dafür bin ich 10 Tage vor der Crew in die Türkei gereist, noch vor dem Eintreffen der Crew, am 18. Juli 2010, reisebereit sein.

 

Schlussendlich, wie so oft, hat dann doch alles geklappt ... wenn da nicht der Kurzschluss im 220 V Ladegerät, der defekte Anlasser der Dieselmaschine, der blockierte Windgenerator, der Autopilot, der sich einfach nicht justieren liess, et cetera  gewesen wären. Nicht gerade hilfreich war zusätzlich das "Tächtelmächtel" mit den vielen türkischen Handwerkern ... aber lassen wir das, keine Abschweifungen, konzentrieren wir uns auf das Wesentliche und das wäre, ein kleines Segelschiffchen soweit hinzukriegen, dass es uns sicher und komfortabel von A nach B bringt. Ja, so einfach ist das mit den Seereisen und Segelschiffen im Besonderen.

 

Aber lassen wir die Bilder sprechen. Um es nicht ganz auf die Spitze zu treiben. Wir sind alle gesund und munter, mit vielen Erlebnissen und einzelnen persönlichen Grenzerfahrungen wieder in der CH angekommen.

 

Das Gelingen der Reise war eine sehr eindrückliche Teamarbeit.

 

 

Ein Herzliches Dankeschön an die Crew

Ganz besonders möchte ich meiner Crew für das Gelingen der Seereise danken. Fiona, die sich, auch bei 35 Grad in der feuchten, durch die hohe Luftfeuchtigkeit klammen Kajüte nie hat aus der Ruhe bringen liess und Josua, der trotz manchen Blessuren (sein grosser Zeh schienen besonders gefährdet zu sein)  immer dann, wenn es ums Ganze ging auf dem Posten war und nicht zuletzt auch Thomas, meinem Bruder, der mit stoischer Ruhe die vielen Unzugänglichkeiten des Skippers ertragen hat und auch in hektischen Situationen sprichwörtlich immer die Orientierung behielt z.B. wenn der Autopilot mitten in der Nacht, bei auffrischendem Wind und einem Seegang, dass es einem schwindlig werden konnte, verrückt spielte.

 

 

Reiseroute

 

Distanzen der Reise vom 08./18. Juli - 13. August 2010

 

Fethiye -  Karacaören Adasi 15 sm            Montag,    19. Juli 2010

Fethiye  - Tel Aviv    425 sm  /  3.5 Tage    Dienstag,  20.07  -  Samstag        07.08

Tel Aviv - Paphos     180 sm  /  1.5 Tage    Freitag,     30.07  -  Sonntag,        01.08.

Paphos  - Finike       160 sm  /  1.3 Tage    Dienstag,  03.08  -  Donnerstag,  05.08

Finike    - Fethiye     120 sm  /   5.0 Tage   Samstag    07.08  -  Mittwoch        11.08.

 

Total Distanz            900 sm  / 1620 Km davon ca. 60% unter Maschine

 

Nautische Unterlagen:

Deutsche Seekarten: D 701, D 706, D 707, D 708, D 705D 711

Hafenhandbuch Turkish an Cypros Pilot (Heikel)

 

Israel:

Einlaufhäfen:

Hafen Haifa über das ganze Jahr offen, Marina Herzliya nördlich von Tel Aviv, Marina Tel Aviv (wegen Bauarbeiten Sommer 2010 für Gäste geschlossen), Marina Ashkalon nähe Gaza. Zu beachten ist, dass die Marina Herzliya bei stürmischen Süd- Südwestwinden (Herbst - Winter), wegen der Gefahr von brechenden Wellen vor der Einfahrt nur unter besonderen Vorsichtsmassnahmen angelaufen werden kann. 

 

Windverhältnisse:

Es ist mit konstanten, im Sommer eher schwachen 5- 15/25 Knoten Winden aus Nord bis Nordwest zu rechnen.  Bei der Rückfahrt nach Zypern oder an die türkische Küste lohnt es sich, eine regelmässig auftretende Schwachwindperiode oder sogar Winde aus Südost abzuwarten (Störung durch ein Hitze-Tief über dem östlichen Mittelmeer).

 

Die Temperaturen im Sommer in Israel können schon mal deutlich über 30 Grad gehen. Die Hitze ist wegen der eher tiefen Luftfeuchtigkeit in Israel zu ertragen. Auffallen war, dass in Jerusalem die Temperaturen um einige Grad tiefer waren als an der Küste. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von über 35 Grad hatten wir in Paphos auf Zypern bedeutend mehr Probleme. 

 

Einreiseformalitäten 

Die Sicherheitsvorkehrungen in Israel durch die Israel Navy sind sehr streng, Konsequent und machen einem bewusst, dass man sich in einem Konfliktgebiet bewegt (Kontrolle durch die Israel Navy vor der Küste, Sicherheitsckecks über VHF-Funk Kanal 16 und 14 und persönliche Befragung  der Crew an Land und Durchsuchung des Schiffes durch die Sicherheitsbehörden).

 

Die in der Seekarte verzeichneten Sicherheitszonen vor der Israelischen Küste  gelten auf Grund unserer Erfahrungen vor allem für die Berufsschifffahrt und können von einer Yacht, die von der Navy erfasst wurde, befahren werden.