Nonstop von den Kanaren, Spanien,  nach Montevideo, Uruguay.



Am 5. Dezember 2013 ist es soweit, nach intensiven Vorbereitungen u.a. Verproviantierung für drei Monate, technische Wartung der Segelyacht (Werft in Las Palmas), Überprüfung aller wichtigen Systeme, Einweisung der Crew, etc. bunkern wir kurzfristig, zusätzliche zu den 400 Litern Tankkapazität, noch 80 Liter Diesel in Kanistern an Deck. Wir rechnen in der ITC, mit den unbeständigen Winden, mit mehreren Dieselstunden.



Leinen los mit Kurs Kap Verden. Doch kaum liegen die ersten Meilen hinter uns, müssen wir einen "Boxenstopp" im Süden von Gran Canaria (Pasito Blanco) einlegen. Der Grund ist ein blockiertes Ruder der Windfahne (Saharastaub Liegezeit in LP), das wir trotz aller Versuche nicht auf hoher See beheben können. Nach einem Reparaturtag, wo wir die ganze Anlage in einer "Hauruck - Aktion"  in alle Einzelteile zerlegt haben, geht es in aller früh am nächsten Morgen endlich los.  Nun liegen 5000 sm auf dem riesigen Atlantik vor uns, 50 Tage, wo wir vollständig nur auf uns und unsere Fähigkeiten angwiesen sind. Da macht man sich schon so seine Gedanken. Haben wir das Schiff genügend vorbereitet? Wie wird die dreiköpfige Crew die Herausforderung einer solchen  Nonstopreise bewältigen? Haben wir an alles gedacht?



Wir rechnen mit 50 Tagen nonstop von Lanzarote, Rubicon bis Punta del Este, Uruguay. Wir stecken den kurs ab Richtung Kap Verden, die wir nach 10 Tagen an steuerbord passieren, durchqueren die innertropische Konvergenzzone ITC und überqueren den Äquator am 25. Dezember 2014 auf 27,44 Grad West. Der Südost-Passat drängt uns nach Westen ab, bevor wir die östlichen Passatwinde  nutzen und Kurs Rio de Janeiro anliegen können. Unklare GPS Angaben (Kurs über Grund) lassen uns über Tage einen Zick-Zack Kurs laufen, bevor wir das Problem erkennen und korrigieren können (GPS Kurs wurden 35 Grad West  Abweichung automatisch berechtigt, wir aber gingen von einem rechtweisenden Kurs über Grund aus).

 

Rio de Janeiro passieren wir mit 200 sm Abstand an Steuerbord. Uns wird schnell klar, dass wir in diesen Breiten im Südatlantik kaum Wetterdaten (GRIB Daten über Iridium) über mehr als drei Tage nutzen können. Das Wetter ist viel zu wechsehaft und unbeständig. Ein Tiefdruckgebiet südöstlich von Rio, das uns sehr beunruhigt, löst sich nach zwei Tagen überraschend auf. Windstille, tropische Schauerböen über Tage und traumhafte Sonnenuntergänge begleiten uns auf den letzten tausend Seemeilen mit Kurs auf die Mündung des Rio de la Plata. Ankunft in Punta del Este, Uruguay, ist am 18. Januar 2014. Wir haben die Distanz von gesegelten 5017Seemeilen in 44 Tagen geschafft ... puh.