Von Kapstadt über St. Helena, Kap Verden auf die Kanarischen Inseln

Wetter- und Segelbedingungen:

Erfahrungsgemäss werden die ersten 10 Tage auf See nach Kapstadt eher windig und anspruchsvoll, da wir noch dem Schwell der Tiefs im Südatlantik ausgesetz sein werden und das St. Helena-Hoch an der Küste zu Süd Afrika einen Sog entwickelt (Süd West Wind) . Bis St.Helena können wir dann mit einem stetigen Passatwind rechnen, bis wir dann in die unbeständigen Winde der Innertropische Konvergenzzone, mit z,T. heftigen Regenschauern und wechselnden Winden kommen und die Überquerung des Äquators mit Kurs Kap Verden angehen.

 

Das war dann genau so, wie vorhergesagt. Die ersten 10 Tage waren, nun, sehr ungemütlich. Da war mal die Eingewöhnungszeit, ja, wir waren Seekrank, haben sich aber alle gut, erstaunlich gut gehalten, Da war dann noch die Enge, der anstrengende Wach - und Kochplan, der hohe Schwell, die Nächte, kalt, nass und ungemütlich ... alles wie gehabt, in diesen Breiten. Was soll's, wir sind in St. Helena angekommen, geschafft, aber glücklich und mit einem etwas ehrgeizigen Plan. Wir wollten einen Tag die Insel anschauen und dann gleich wieder die Ärmel hoch gekrempelt und dem Alltag in die Augen geschaut ... sprich, arbeiten, arbeiten ... wir wollten bzw. der Skipper wollte, so schnell wie möglich wieder los ... einkaufen, Wasser bunkern und reparieren was es zu reparieren gab, Nach drei Tagen war das Auslaufen angesagt ...

 

Nun, das war anscheinend zu viel für Simon ... unglücklich mein Verhalten, klar. Aber jeder wusste Bescheid auf was er sich da eingelassen hat. Ich hab es schon vielmal erlebt ... Enttäuschung über sich selber ... die Enge, die vielen Unannehmlichkeiten, Ärger, Ängste, ja auch denen begegnet man(n) und Selbstzweifel und ... natürlich der Skipper. Ja, der Skipper mit seinen Anforderungen, Ticks und Unzugänglichkeiten ...aber eben wir sind keine Wohlfühltruppe, wir hatten einen Job gefasst, einfach und zugänglich die Anforderungen an eine Crew und Skipper, natürlich auch an Ihn.

 

Da ist viel Verantwortung, wenn es um Entscheidungen und Vorgaben geht, viel Einsamkeit, wenn du in stockdunkler Nacht alleine gelassen im Cockpit sitzt, es dich fröstelt, die Nässe ... wie einfach wäre es doch einfach sich unter die warme Decke kriechen, und schlafen einfach nur schlafen. 

 

Kap Verden hoch auf die Kanarischen Inseln

Von den Kap Verden hoch auf die Kanarischen Inseln ist ein Kurs am Wind, gegen den Nord-Ost Passat angesagt. Dieser Kurs wird nicht oft gesegelt, ist aber mit etwas Stehvermögen und Wetterglück (Störung Nord Ost Passat)  möglich und verlangt von Schiff und Crew sicher einiges ab.

 

Wir hatten das Wetterglück oder eben auch das Geschick, das richtige Händchen für das Wetterrouting. In 8 Tagen haben wir es geschafft. Das letzte Stück, das so nicht viel gefahren wird. Die meisten Fahrtensegler nehmen von den Kap Verden die Azoren ins Visier. Mit recht, weil eben, es braucht etwas Glück, ein sicheres Schiff, Dieselkapazitäten für mindestens 10 Tage, eine Maschine die auch mal gegen Wind und See angehen und eine Crew die auch mal etwas wegstecken kann.